10 - 12 - 2018

"Gute alte Zeit oder imperiales Zeitalter?" - Vortrag am 24.01. im Gewerkschaftshaus

Diese komplexe und komplizierte Thema wollen wir diskutieren. Die Impulse für die Diskussion im Zusammenhang mit dem Kulturprojekt "Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne" gibt Prof. Dr. Georg Fülberth, Politikwissenschaftler, Marburg, am Donnerstag, 24. Januar 2013, um 19 Uhr im Gewerkschaftshaus, Wilhelmstraße 

...wo die Demokratie und das demokratische Engagement verloren geht
wächst die Gefahr von kriegerischen Konflikten…

Im Bewußtsein ist die Zeit von 1871 bis 1914  als "Gute alte Zeit" festgehalten. Sie wird verbunden mit idyllischen Vorstellungen von Adel und Monarchie. Die lange Friedensperiode ist geprägt durch sich ausdehnenden bürgerlichen Reichtum und rasante Entwicklung von industrieller Fertigung, in der sich eine Arbeiterbewegung herausbildet, deren Alltag alles andere als eine gute alte Zeit ist.

Die Wirtschaftskrise 1873 führt in eine lange dauernde Depression, und der Aufschwung, der darauf folgt, trägt den kommenden Krieg in sich. Kennzeichen sind Rüstungswettlauf und Imperialismus.

Wohlstand und Selbstzufriedenheit des Bürgertums lassen jeden Wunsch nach Demokratie erlöschen. Die Monarchie wird als ideale Staatsform hingenommen. Hinter dieser Fassade bereitet sich die Katastrophe von 1914 vor. Der Adelsglamour ist nur ein dünner Firnis über diesen Problemen:

Auch in Braunschweig ist die Situation gekennzeichnet durch

  • eine Wirtschaft, die Märkte und Einflussgebiete außerhalb der deutschen Grenzen sucht,
  • ein Herzogtum in einem Staat, der in Wirklichkeit nur ein Fürstenbund ist und in dem es keine Volksouveränität gibt,
  • den sich immer mehr zuspitzenden Widerspruch zwischen einer sich rasch modernisierenden Technologie innerhalb eines veralteten politischen Systems:

Braunschweig geht mit dem Kopf nach hinten in die Moderne.

Unterstützt von:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Friedenszentrum, Bürgerinitiative Braunschweig (BIBS), Verein der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN-BdA), Deutsche Kommunistische Partei (DKP), Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP), Die Linke Braunschweig.

                                           
 

"Magische Verzauberung" mißglückt

Etwas gespannte Aufmerksamkeit erlangte der städtische Neujahrsempfang durch die Kundgebung des Arbeitskreises "jetzt schlägt´s 13" vor dem Festsaal des städt. Museums auf dem Löwenwall. Mit der Bemerkung, die kritische Aufmerksamkeit sei sogar gut für das Kulturprojekt 1913, ging OB Hoffmann in seiner Rede auf die Kundgebung ein.

Noch im Vorfeld hatte die OB´rigkeit für diskrete Polizeipräsenz rund um den Löwenwall gesorgt.

Wie nicht anders zu erwarten, spielte die Fürstenherrschaft des Jahres 1913 auch beim Festredner Prof. Stölzl keine Rolle. Aus der "Wiederkehr der 13"  mit der "magischen Verzauberung" durch die Fürstenhochzeit erwachse für Braunschweig der "historische Augenblick".

Fazit: Man ist deutlich in der Defensive zur drängenden Frage der kritischen Öffentlichkeit, worin denn nun die Faszination der Monarchie angesichts von Militarismus und Säbel-Diktatur des Jahres 1913 liegen soll.

Kundgebung am 10.1.13 zum Neujahrsempfang der Stadt

Gemäß Ratsbeschluss aus dem vergangenen September muß die Stadt alle nach Versammlungsrecht angemeldeten  Kundgebungen auf der städtischen Homepage bekanntgeben.

So kommt es nun, dass der offiziellen Einladung zum Neujahrsempfang im städtischen Museum am 10.1.2013  die Kundgebung des Arbeitskreises
www.jetzt-schlaegts-13.com auf der städtischen Homepage gegenübersteht.

Der Arbeitskreis hatte per Pressemitteilung vom 2.1.2013 seine Konstituierung bekanntgegeben und gleichzeitig als erste öffentliche Aktion zur Kundgebung am 10.1.2013 um 19 Uhr am Löwenwall aufgerufen.

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