18 - 02 - 2018

Presseerklärung zur Gründung des Arbeitskreises

Kanonenboot "Victoria Luise" 1913Schon 2009 wurde den Braunschweigern das Otto-Jahr aufgedrückt zur Einübung in Untertanengeist und Herrscherverehrung.

Damals wurde die Idee geboren, diese Tradition 2013 mit dem Viktoria-Luise-Projekt fortzusetzen. Die Huldigung an die Kaisertochter ist die nostalgische Beschwörung einer undemokratischen Vergangenheit. Diese wird zur heilen Welt verklärt, indem man das Jahr 1913 aus dem historischen Zusammenhang herausreißt und den heraufziehenden Ersten Weltkrieg vollständig  verleugnet.

Dagegen wendet sich der Arbeitskreis "Jetzt schlägt´s 13", in dem sich Historiker und Mitglieder von Initiativen zusammengefunden haben. Sie protestieren gegen diese Geschichtsklitterung und die damit verbundene
Gesinnung.

BürgerInnen widersprechen der Huldigung von Untertanengeist und Despotie 
Der Kaiser zur Geschütz-Übung auf der "Viktoria Luise", (Quelle: "Deutscher Flottenkalender 1913)
Fürstenverehrung, Untertanengeist - und das auch noch mit erheblichen öffentlichen Mitteln von 1,2 Mio. €  in Szene gesetzt?

Die Realität war schon vor hundert Jahren eine andere: 60% wählten in Braunschweig sozialdemokratisch, waren aber nur mit weniger als 10% der Sitze im Landtag vertreten. Gestützt auf Polizei und Militär regierte der Fürst mit Erlassen gegen die immer stärker werdende Arbeiter-und Gewerkschaftsbewegung. Soziale Gerechtigkeit, gleiches Wahlrecht, Schule für Mädchen wie Jungen vertrugen sich nicht mit dem Zeitgeist des Herzogs, der für "Gott, Kaiser, Vaterland" schwärmte und von Kolonien und deutscher Flottenrüstung träumte.

Eine Rückbesinnung auf das letzte Vorkriegs-Jahr 1913 böte die Chance der Aufarbeitung. Der Adel tanzte zur Hochzeit der Kaisertochter Viktoria Luise bereits am Abgrund.  

Der Arbeitskreis www.jetzt-schlaegt's-13.com  hat sich zum Ziel gesetzt, einige Sichtweisen der OB´rigkeit zurechtzurücken. Dazu werden - neben laufender Aktualisierung gleichnamiger Homepage - über das Jahr verteilt Veranstaltungen, Ausstellungen und Kundgebungen mit Infoständen auf Braunschweiger Plätzen vorbereitet.

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